Aktuelles: Weiler-Simmerberg

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Bruchholz Unterhaltung Gewässer

Autor: Markt Weiler-Simmerberg
Artikel vom: 17.03.2021

Der schneereiche Winter hat Spuren in der Natur hinterlassen. Viele Bäume konnten die hohen Schneemassen nicht tragen und nahmen Schaden. Äste und Wipfel brachen unter der Schneelast. Auch am Ufergehölz entlang der Bäche und Flüsse sind diese Spuren deutlich sichtbar. Bruchholz und ganze Bäume liegen vielerorts im Gewässer oder im unmittelbaren Uferbereich. Wird dieses Holz bei Hochwasser abgeschwemmt, kann es schnell an Engstellen, wie z.B. Brücken oder Durchlässen, zu Verklausungen und gefährlichen Stauungen des Abflusses kommen. Die Folgen sind oft Ausbrüche des Fließgewässers mit Überschwemmungen der angrenzenden Gebiete.

 

Grundsätzlich hat jeder Grundstückseigentümer die Pflicht zur Sicherung von Gefahrenquellen. Bei Gehölzen hat der Grundstückseigentümer die Verkehrssicherungspflicht und muss die Maßnahmen durchführen, die zur Gefahrenbeseitigung nach objektiven Maßstäben geeignet, erforderlich und zumutbar sind.

Andererseits ist die Freihaltung der Ufer und des Gewässerbettes für den Wasserabfluss auch Aufgabe der Gewässerunterhaltung (vgl. § 39 Wasserhaushaltsgesetz -WHG-). Dazu zählt auch die Gehölzpflege zur Sicherung des ordnungsgemäßen Wasserabflusses.

 

Bis auf einen Streckenteil der Oberreitnauer Ach und den Bodensee sind alle Gewässer im Landkreis Lindau als Gewässer 3. Ordnung, teilweise mit dem Zusatz Wildbach, eingestuft. Zuständig für die Gewässerunterhaltung an Gewässern 3. Ordnung und an den nichtausgebauten Wildbachstrecken - das entspricht dem überwiegenden Anteil der Gewässer im Landkreisgebiet - sind die Gemeinden (vgl. Art. 22 Bayerisches Wassergesetz -BayWG-). Für die ausgebauten Wildbachstrecken ist der Freistaat Bayern, vertreten durch das WWA Kempten, zuständig. Die Einstufung der Gewässer ist im Umweltatlas des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) einsehbar unter:

www.lfu.bayern.de

Die Eigentümer des Gewässers und die Anlieger haben die zur Unterhaltung erforderlichen Arbeiten und Maßnahmen am Gewässer und auf den Ufergrundstücken zu dulden. Sie haben alles zu unterlassen, was die Sicherheit und den Schutz der Ufer gefährdet oder die Unterhaltung unmöglich macht oder wesentlich erschweren würde (§ 41 WHG i.V.m. Art. 25 BayWG). Der Träger der Unterhaltungslast hat den Duldungspflichtigen alle nach § 41 WHG und nach dieser Vorschrift beabsichtigten Maßnahmen rechtzeitig vorher anzukündigen.

 

Gem. Art. 26 Abs. 1 BayWG treffen die Kosten der Unterhaltung den Träger der Unterhaltungslast. Gemeinden können die vollen Unterhaltungskosten auf diejenigen verteilen, die eine Nutzenmehrung oder Schadensabwehr erhalten (§ 40 Abs. 1 Sätze 2 und 3 WHG). Wird der Uferbewuchs von der Kommune beseitigt, können die vollen Kosten hierfür vom Eigentümer des Bewuchses eingefordert werden.

 

Die Kommunen wurden seitens der Behörden gebeten, die Gewässereigentümer bzw. Eigentümer des Uferbewuchses auf ihre Verkehrssicherungspflicht aufmerksam zu machen und diese zu bitten, das Bruchholz aus den Gewässern zu entfernen.

Sollte ein Grundeigentümer das Bruchholz nicht in absehbarer und zumutbarer Zeit aus dem Gewässer entfernen, wurden die Gemeinden gebeten, selbst im Rahmen der Gewässerunterhaltung tätig zu werden.

 

Es sollte allerdings nur Bruchholz beseitigt werden. Außerhalb der abschwemmungsgefährdeten Bereiche kann Bruchholz auch belassen werden.

Stehendes und intaktes Ufergehölz ist zu belassen. Nach § 39 BNatSchG ist es verboten, außerhalb des Waldes in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September Gehölze abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen.

 

Zu beachten ist, dass Biberdämme nicht entfernt werden dürfen. Bei Gefahr in Verzug ist in diesen Fällen Kontakt mit der unteren Naturschutzbehörde aufzunehmen.

 

Zur Information steht auch eine Arbeitshilfe des LfU zur Gehölzpflege im Internet unter:

www.lfu.bayern.de